Die FCB-Mannschaft des Jahrzehnts (2010 bis heute)

Es ist natürlich nur eine Spielerei, aber genau deswegen auch ein grosser Spass: Das Ausknobeln, wer beim FC Basel in die Mannschaft dieses Jahrzehnts, das sich dem Ende zuneigt, hineingehört. Schnell wird klar: Vor allem offensiv gibt es ein Überangebot an grossartigen Spielern. Weshalb zum Beispiel ein Granit Xhaka oder der sehr konstante Luca Zuffi es nur auf die Ersatzbank schaffen. Überhaupt muss man ein bisschen kreativ sein und vereinzelt Spieler auch auf Positionen schieben, auf denen sie eher selten oder gar nicht auflaufen. Beispielsweise Breel Embolo auf der Achterposition – dort wäre er meiner Meinung dank seiner grossen Wasserverdrängung und gleichzeitig exzellenten Spielübersicht sehr gut aufgehoben. In Juniorenzeiten spielte er oft auf dieser Position. «Pogba oder Drogba?» lautete die Frage, die sein zeitweiliger Betreuer Carlos Bernegger stellte. Spätere Trainer haben sich dann mehrheitlich dafür entschieden, dass er ganz vorne spielt.

Überraschen mag meine Wahl von Jonas Omlin als Torhüter. Aber wie im letzten Blogbeitrag vom 8. Dezember zu lesen war, ist er für mich der beste FCB-Goalie seit langem, besser gar als Yann Sommer und Franco Costanzo.

Berücksichtigt wurden in der Auswahl nur die Leistungen der Spieler und nicht der Kultfaktor. Deshalb schafft es beispielsweise Markus Steinhöfer nicht ins Jahrzehnte-Team. Scott Chipperfield spielte auch noch in diesem Jahrzehnt, aber da war seine Zeit schon vorbei. In die FCB-Mannschaft von 2000 bis 2009 hätte er es jedoch problemlos geschafft, eventuell gar in die rotblaue Auswahl der besten Spieler aller Zeiten. Natürlich ist auch Valentin Stocker eine Diskussion wert, aber das Gedränge vorne ist eben sehr gross. Deshalb findet er sich auf der Bank wieder, immerhin.

Trainer des Jahrzehnts sind für mich Murat Yakin, mit dem der FCB es in den Halbfinal der Europa League schaffte, sowie Urs Fischer, dessen Wert man derzeit bei seiner Arbeit in Diensten von Union Berlin bewundern kann. Thorsten Fink hingegen ist nur Ersatz. Sein Fussball war zwar spektakulär, seine Loyalität zum FCB hingegen spektakulär klein. Sonst wäre er nicht mitten in der Saison zum HSV abgehauen.