Heute also gilt es an der Fussball-WM in Katar ernst, rollt der Ball quer(e)r über den Rasen. Diese WM, die uns vor zwölf Jahren am 2. Dezember 2010 in der Sportredaktion der Basler Zeitung, wo ich damals angestellt war, vor Lachen auf den Boden fallen liess. Gerade hatte Fifa-Präsident Sepp Blatter den staunenden Fussballfans zu Hause an den Bildschirmen Russland als Gastgeberland für die WM 2018 präsentiert, was schon lächerlich genug war. Und nun zog er bei der Vergabe der WM 2022 ausgerechnet den schlechtesten Bewerber aller Kandidaten aus dem Couvert, in dem ausnahmsweise kein Geldschein oder Check drin war, sondern nur jener Name auf dem Zettel, der uns eben vor Lachen auf den Boden plumpsen liess: Katar.
Zwölf Jahre sind seit jenem Moment vergangen, verhindert werden konnte die WM nicht mehr. Erst recht nicht, als Gianni Infantilo... sorry, ein Verschreiber, Gianni Infantino an die Fifa-Spitze kam und sogar mit seiner Familie in den Wüstenstaat zog, um nicht die Kritik hören und lesen zu müssen, die seit der Vergabe auf die WM niederprasselte. Diese Kritik war nun, in der Woche vor dem WM-Start, so laut wie nie zuvor, aber es hatte sie auch schon früher gegeben. Als ich nämlich in den vergangenen Tagen in alten Sachen zum Thema herumwühlte, stiess ich auf ein paar höchst interessante Fragen, die ich einst im Mai 2015 via Fifa-Kommunikation an den damaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter übermittelt hatte:

www.awsmedien.ch/sepp-blatter-haben-sie-beim-film-twelve-years-a-slave-geweint-fragen

Eine Reaktion erhielt ich selbstredend nie, was aber nicht wirklich schlimm war, weil die Antworten sowieso auf der Hand lagen. Also beantwortete ich die Fragen Anfang 2016 gleich selber:

www.awsmedien.ch/blatter-1

So, ich glaube, damit habe ich der kritischen Haltung gegenüber Katar, der Vergabe und Sepp Blatter Genüge getan – weshalb ich mich ab sofort gewissenlos, sorry, ohne schlechtes Gewissen, dem Geschehen auf dem Platz zuwenden kann. Wobei, vielleicht könnte man ähnliche Fragen auch an Gianni Infantino schicken... so (w)irr, wie seine einstündige Rede vor dem WM-Start war, so speziell könnten auch seine Antworten ausfallen und der Unterhaltungsfaktor auf diesem WM-Blog in ungeahnte Höhen schiessen. Schauen Sie deshalb besser mal wieder auf diesem Kanal vorbei!