Arthur Cabral muss bleiben!

Der allgemeine Tenor lautet, dass Arthur Cabral bei einem guten Angebot eines ausländischen Clubs weg ist. Doch was ist ein gutes Angebot? Dazu ein paar Überlegungen. Der FC Basel soll im Sommer 2020 für die Übernahme des Goalgetters 4,4 Millionen Euro an Palmeiras Sao Paulo überwiesen haben. Der Deal sieht für den brasilianischen Club eine Weiterverkaufsbeteiligung von – je nach Quelle – 30 oder 50 Prozent auf den Erlös vor, der die bezahlten 4,4 Millionen Euro der Basler übersteigt. Da kann man schnell ausrechnen, dass bei den kolportierten 12 Millionen, die für Cabral verlangt werden, gar nicht mehr soviel an Gewinn übrigbleibt – erst recht nicht, wenn die Variante mit den 50 Prozent Weiterverkaufsbeteiligung stimmt. 

Natürlich ist der FC Basel aufgrund seines strukturierten Defizits um jeden zusätzlichen Franken froh. Trotzdem muss man sich fragen, ob es richtig wäre, ihn für diesen Betrag abzugeben. Nehmen wir an, die oben erwähnte 30-Prozent-Variante entspricht der Wahrheit, dann ergibt das einen Gewinn von 6,6 Millionen Franken Euro. Ein nettes Sümmchen, aber trotzdem viel zu wenig für einen Stürmer, der für Rotblau in 80 Spielen sagenhafte 60 Tore erzielt hat – und das, obwohl die vergangene Saison ziemlich durchzogen war und Cabral in einigen Spielen äusserst lustlos agierte.  

Sein Nachfolger ist auch nicht kostenlos zu haben. Georgios Giakoumakis vom VVV Venlo beispielsweise, an dem die Basler gerüchteweise Interesse bekunden, kostet mindestens 2,5 Millionen Euro – was den Transfergewinn für Cabral deutlich schmälern würde. Zudem ist nicht garantiert, dass er beim FCB auch so treffsicher agiert wie derzeit beim holländischen Club, der trotz der vielen Tore Giakoumakis’ absteigen musste. 

Bei Arthur Cabral weiss man, was man hat. Er zählt zu den Publikumslieblingen, hat sich gut eingelebt und ein hohes Standing bei Vorgesetzten und Mitspielern. Mit ihm scheint sportlich vieles möglich – sowohl national als auch international. Erfolg wiederum spült Geld in die Kasse und zwar nicht zu knapp. Für das Erreichen der Gruppenphase der Conference League würde der FCB fast drei Millionen Euro erhalten. Für jeden Punkt in der Gruppenphase gibts 0,17 Millionen, für den Gruppensieg nochmals 0,65 Millionen Euro. Das läppert sich. Und – träumen ist erlaubt – der Gewinn der Conference League stünde nochmals mit satten 5 Millionen Euro zu Buche, zuzüglich nationale TV-Einnahmen und Gelder aus dem Koeffizienten-Pool. 

Der erneuerte FCB unter David Degen ist gut gestartet, da wäre es schade, die noch frische Euphorie schon wieder zu bremsen. Ich bin deshalb klar dafür, dass man Arthur Cabral diese Saison beim FCB behält – er hat hier noch lange nicht fertig. Wenn man den Torgaranten aber wirklich weiterverkaufen will (oder muss), dann für deutlich mehr als «bloss» 12 Millionen Euro.