Ausscheiden verboten!

Die Partie gegen Sofia ist für den FC Basel zweifelsfrei das wichtigste Spiel der Saison. Seit dem Einstieg von Bernhard Burgener waren es die Europacup-Abende, die Rotblau sportlich über Wasser gehalten und die Bilanz für die Verantwortlichen einigermassen erträglich gemacht haben. Als der FCB vor zwei Jahren unter Übungsleiter Marcel Koller gegen Apollon Limassol überraschend ausschied, schrieben die Zeitungen von einem «Trümmerhaufen», vor dem der FCB nun stehe. Tatsächlich folgte eine schwierige Spielzeit mit einer Spieler-Revolte gegen den Trainer sowie dem späteren Rücktritt von Sportdirektor Marco Streller als Tiefpunkten; die Wirren und Zerwürfnisse konnte auch der Cupsieg nicht kaschieren.

Nun ist die Ausgangslage gar komplizierter, die Unruhe im Verein noch grösser – und damit auch der Druck auf alle. Insbesondere Trainer Ciriaco Sforza würde ein Weiterkommen mehr Ruhe verschaffen, nachdem man den Start in die Meisterschaft als verunglückt bezeichnen darf. Ein Sieg würde aber auch die Hoffnung nähren, dass wichtige Spieler wie die Innenverteidiger Alderete und Cömert oder Stürmer Cabral vorderhand beim FCB bleiben. Ohne internationale Partien scheint für sie der Verbleib bei Rotblau eine trostlose Angelegenheit.

Ein Ausscheiden böte überdies den unzufriedenen Fans noch mehr Munition, um gemeinsam gegen die Führungsetage einzustehen. Und schliesslich geht es heute um viel Geld: Die Millionen aus der Europa League kann der FCB dringend gebrauchen. Ohne diese Einnahmen gerät er in einen Teufelskreis: weniger Geld – mehr Spielerabgänge von Qualität – weniger sportlicher Erfolg - mehr Unzufriedenheit in und ausserhalb des Vereins – weniger Geld usw.

Der FCB muss also heute Abend gewinnen. Ohne Wenn und Aber.