Blog: Aus der Tiefe des Raums

Zum Blog zurückkehren
Teil 6 der FCB-Analyse – wie weiter mit oder ohne Bernhard Burgener?

Basel ist in Aufruhr. Der FCB befindet sich im freien Fall, sportlich und atmosphärisch sicher, ob auch wirtschaftlich, weiss man nicht so genau. Zwar wurden die finanziellen Reserven verbrannt, doch dann kam Corona, was eine genaue Bewertung schwierig macht. Beim FCB geht es ja nicht bloss um den Unterhalt des Spielerkaders, sondern da stehen 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Lohnliste, die froh sind, wenn sie trotz einem ganzen Jahr ohne Zuschauereinnahmen ihren Lohn pünktlich bezahlt bekommen. Bis jetzt war das immer der Fall – was nicht vergessen gehen darf bei den ganzen Diskussionen um die Besitzerschaft.

Der Alleinschuldige für die Unruhen um den Verein aber steht in der öffentlichen Meinung fest: Bernhard Burgener. Sogar Stararchitekt Jacques Herzog zeigt mit dem Finger auf den Inhaber und VR-Präsidenten. Im BaZ-Interview erklärt Herzog, dass er nichts persönlich gegen Bernhard Burgener habe, «aber er hat diesen Niedergang zu verantworten. Nur er.» Starker Tobak.

Blicken wir zurück. Bernhard Burgeners Konzept des «Basler Wegs» wurde vor vier Jahren unter anderem von einem Vereinsgremium mit Jacques Herzog (!) gutgeheissen. Damit war der Weg für Burgener frei, um in sehr grosse Fussstapfen zu treten: Vorgänger Bernhard Heusler hinterliess mit acht Meistertiteln in Serie ein Vermächtnis, das in der Geschichte von Rotblau wohl auf ewig einzigartig bleiben wird. Burgener traute sich die Aufgabe aber zu, und er hatte auch guten Grund dazu: Nicht bei allen, aber doch bei den meisten seiner Unternehmungen – von Film und Champions League über Marmor bis zu den Wiener Philharmonikern sowie den Euro Song Contest – wirtschaftete er bis zur Coronakrise erfolgreich. Bei ihnen kann er im Hintergrund agieren. Und die Dinge in Ruhe so justieren, dass sie früher oder später wie gewünscht einträglich sind.

Burgener ist auch erfahren, was Rechtshändel und Auseinandersetzungen in Unternehmungen anbelangt, und beweist dabei einen langen Atem. Den Zwist um die Constantin Medien mit Dieter Hahn, dem ehemaligen Geschäftsführer der Kirch-Gruppe, entschied er nach langen Grabenkämpfen für sich. Kommunikativ beraten wurde er in dieser Sache übrigens von Ex-Fifa-Medienchef Walter de Gregorio; was den FCB anbelangt, hat er aber kein offizielles Mandat. Wirklich in den Fokus geriet Burgener bei den Auseinandersetzungen um das Filmunternehmen nicht; emotional berührt solch ein Machtkampf vor allem die beteiligten Parteien, aber nicht die breite Öffentlichkeit.

Das ist bei einem Fussballclub anders, erst recht bei einem Fussballclub, der so tief in den Herzen einer ganzen Stadtbevölkerung verwurzelt ist wie der FC Basel. Hier können die Entscheidungsträger nicht aus dem Hintergrund und erst recht nicht so nebenbei agieren. Besonders schön zu sehen war das bei Bernhard Heusler. Anfänglich der Vizepräsident und die Nummer 2 hinter Gigi Oeri, übernahm er schliesslich das Präsidentenamt. Zuerst hiess es, dass er daneben weiterhin als Anwalt tätig sein wolle. Schnell wurde aber klar, dass dieser FCB von der Spitze aus nur als Full-Time-Job zu führen ist. Wenn man schaut, was Burgener alles am Hut hat, muss die Frage berechtigt sein, ob das funktionieren kann. Vor allem weil ein Fussballclub viel mehr vom Tagesgeschäft abhängig ist: Hier fliegen den Verantwortlichen die Resultate sofort um die Ohren, wenn sie ausbleiben. Beim FCB bleiben sie seit geraumer Zeit allzu oft aus. Rotblau aus dieser Krise schnellstmöglich herauszuführen, ist ein 150-Prozent-Job, bei dem man öfter vor die Kamera treten muss, als einer Person, die sonst eher im Hintergrund bleiben will, lieb sein kann.

Wenn Bernhard Burgener wenigstens die richtigen Leute zur Seite stehen würden! Er begründet die Erfolge seiner Unternehmen ja damit, dass er seit Jahrzehnten die geeignetsten und fähigsten Leute an den entscheidenden Positionen platziert habe; er selber ist dort der Puppenspieler, der an den Fäden mit dem richtigen Gespür zupft. Es mag hier und dort Abgänge gegeben haben – wie in jedem Konzern –, aber unter dem Strich verstand und versteht es Burgener, seine Crew so zusammenzustellen, dass die Unternehmen funktionieren. 

Nicht so beim FC Basel. Hier hat ihn seine Intuition verlassen. Den Rookie Marco Streller sofort zum Sportchef zu machen, war einer von mehreren Fehlern. Burgener hätte daraus lernen und einen erfahrenen Ersatz mit Perspektive holen müssen. Stattdessen setzte er Ruedi Zbinden auf diesen Posten. Zbinden ist zwar erfahren, fühlt sich aber auf der Talentsuche irgendwo zwischen Amazonas und Nil viel wohler als am Bürotisch im Turm hinter dem Joggeli. Und nun, seit Zbinden genau das wieder tut, was er am besten kann, gibt es gar keinen Sportchef mehr beim FCB. Dafür offenbar umso mehr schlechte Berater.

Anders ist es nicht zu erklären, dass sich Burgener für Ciriaco Sforza entschieden hat. Das darf man nach einem halben Jahr getrost so sagen. Sforza war ein grosser Spieler, vermutlich wäre er damals sogar als Spielertrainer erfolgreich gewesen, weil er auf dem Rasen ebenso charismatisch wie dominant auftrat und er als beteiligter Akteur direkt Einfluss auf das Geschehen hätte nehmen können. Das kann er von der Seitenlinie aus nicht. Plötzlich soll er sich hier auch noch vertieft um die Kaderplanung kümmern – statt sich auf seine Kernaufgabe, den Trainerjob, zu konzentrieren. Mittlerweile befindet er sich mit seiner Mannschaft in einem Abwärtsstrudel, aus dem es für ihn fast kein Entrinnen mehr gibt. Die Resultate sind mies, die Stimmung bei den Spielern schlecht, und immer wieder tun sich neue Brandherde auf – eben erst wurde Edon Zhegrova bei einem Abstecher nach Pristina erwischt und dafür getadelt. Solche Probleme gibts auch bei anderen Vereinen; bei einem Club, wo es unruhig ist, wirken jedoch jeder Zwist und jede Unstimmigkeit als zusätzliche Brandbeschleuniger.

Der Baum beim FCB brennt. Und nun soll ihn ausgerechnet David Degen löschen? Wer den Lampenberger, der früher beim FCB für soviel Lämpe besorgt war, als Heilsbringer sieht, soll doch bitte den jüngsten Artikel von Christian Mensch in der bzbasel lesen; David Degen und sein Bruder Philipp hätten sich 2019 darum bemüht, bei GC einzusteigen, weil sie aus dem Club «eine Spielerplattform für Klienten ihrer Agentur» machen wollten. Und ausgerechnet dieser David Degen soll nun beim FCB wieder für Vertrauen sorgen? Bereits hat Degen selber via Instagram den Bericht dementiert: «So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört.». Wie auch immer: Man fragt sich, wie Degen kurzfristig nicht nur 16 Millionen Franken aufbringen will, um von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen, sondern wie er das Geld für weitere Investitionen – die Rede ist von 50, 60 Millionen Franken – zusammenzubringen gedenkt, um den FCB auch längerfristig über die Runden zu bringen. Und: Hat David Degen überhaupt die Fähigkeiten und Kenntnisse, um ein Unternehmen mit 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu führen? Zweifel sind angesagt.

Ist das ein Plädoyer für Bernhard Burgener? Nein, zumindest nicht für jenen Bernhard Burgener, der solch sonderbare Entscheide wie in den letzten vier Jahren trifft oder mit seltsamen Ideen schwanger geht. Damit sind nicht die Ausflüge in den E-Sports (macht David Degen übrigens auch) oder nach Indien (es muss einem Unternehmer mit Visionen erlaubt sein, Dinge auszuprobieren) gemeint, sondern die ziemlich verunglückten Feierlichkeiten zum Vereinsjubiläum, die abstrusen Visionen einer Stadionverkleinerung und vor allem die glücklose Besetzung von Schlüsselpositionen im Verein.

Ich glaube weiterhin nicht, dass der FCB für Burgener nur ein reines Investmentprojekt war und ist. Dafür hätte er sich nicht einen Fussballclub aussuchen müssen. Er glaubte ans «Für immer Rotblau», doch er hat die Aufgabe mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit unterschätzt und sich nie vorstellen können, dass die Dinge so aus dem Ruder laufen. Sich zurückzuziehen kommt für ihn nicht in Frage. Er besitzt wie gesagt einen langen Atem – und sieht sich, wie im Fussball-Podcast «Die dritte Halbzeit» richtig erwähnt wurde, weiterhin als Teil der Lösung für einen erfolgreichen FC Basel. Gegenwind wie die Fanproteste werden ihn nicht umstimmen, zumal die Anhängerschaft auch nicht kohärent ist: Die Bewegung «Yystoo für e FCB» erlitt an der schriftlichen GV eine krachende Niederlage, als kein Einziger ihrer Kandidaten gewählt wurde. Die Muttenzerkurve wiederum agiert mehrheitlich anonym; das ist auch deshalb schade, weil ihre Aktionen oft kreativ und witzig sind.

Doch was tun?

  • Bernhard Burgener macht weiter und zwar langfristig (mit glaubwürdigen Investoren, keinen verschachtelten Briefkastenfirmen), holt aber baldmöglichst einen fähigen Sportchef und entlastet damit sich und die wichtigsten Mitarbeiter. Der neue starke Mann hat den Auftrag, auf die nächste Saison hin einen guten Trainer zu finden. Sforza wird ins Betreuerteam des Nachwuchses integriert – und somit dort eingesetzt, wo er seine Stärken am besten ausspielen kann. Pendeln sich die Resultate wieder ein, werden die Proteste todsicher leiser.
  • Oder Bernhard Burgener gibt das Präsidentenamt geordnet ab. An einen seriösen, entscheidungsstarken Mäzen oder Mäzenin (wie damals Gigi Oeri), der oder die genug Zeit und das Vermögen hat, Geld à fonds perdu einzuschiessen, bis der Karren mit den richtigen Personen auf den richtigen Positionen wieder läuft. Das muss zwingend jemand aus der Region sein. Aber ganz ehrlich: Viele kommen dafür nicht in Frage.
  • Oder Bernhard Burgener bleibt vorerst am Ruder, stellt aber mittelfristig einen geordneten Übergang an glaubwürdige, fähige Personen (à la René C. Jäggi oder Bernhard Heusler) in Aussicht, die selber keine Mäzene sind, aber den FCB kraft ihrer Management-Erfahrung so geschickt aufstellen, dass dieser wieder Erfolg hat. Aber auch hier gilt: Ohne das nötige Kleingeld und Investoren geht es nicht. Ein Name gefällig? Thomas Straumann hat mit dem CSI Basel gezeigt, wie man etwas Grosses von null auf aufbauen kann. Er hat das «Les Trois Rois» wiederbelebt. Warum nicht auch den FCB? Er selber hat das allerdings in einem Interview mal abgelehnt: Er könne nicht alles machen.
  • Oder David Degen übernimmt und straft alle Skeptiker Lügen. Er macht das besser, was Burgener falsch gemacht hat. Anschauungsmaterial wurde ihm in den vergangenen vier Jahren geliefert. Er schafft es, sich von allen Verbindungen mit Spielerberatern aus seinem engsten Umfeld zu befreien. Aber: Ist bei einem Einstieg von David Degen garantiert, dass alles besser wird? Zweifel sind angesagt.
  • Oder Yystoo und andere Anhänger, deren Herz rotblau gefärbt ist, lassen Worten Taten folgen. Demonstrieren reicht nicht. Auf der Homepage von Yystoo heisst es: «Wir bestärken David Degen ausdrücklich darin, seine Option wahrzunehmen und sichern ihm hinsichtlich der Übernahme und beim Wiederaufbau unsere Unterstützung zu.» Wie könnte diese Unterstützung aussehen? Yystoo hilft bei der Suche von zahlungskräftigen Gönnern, die ihrerseits Taten folgen lassen – sprich tief in die Tasche greifen im Wissen darum, dass das Geld auch flöten gehen könnte. Mit ein paar Milliönchen ist es nicht gemacht, es muss bei einem Tanker wie dem FCB richtig viel Geld zur Verfügung stehen. Die Fans verabschieden sich gleichzeitig von der romantischen Idee, dass sich der FCB längerfristig ohne Investoren finanzieren lässt. Ein Name gefällig, wenn es um den erwähnten Wiederaufbau geht? Eva Herzog ist ebenfalls Unterzeichnerin der Yystoo-Bewegung. Sie könnte als tatkräftige Managerin mitwirken... okay, vielleicht eine verwegene Idee. Aber hat sie nicht bewiesen, dass sie das Potenzial einer Region finanziell so gut auszuschöpfen vermag, dass die Rechnung am Ende mehr als aufgeht? Warum setzt sie ihre Fähigkeiten nicht auch beim FCB ein? Den Polit-Job müsste sie natürlich aufgeben, dafür wäre ihr grosse Unterstützung – und im Erfolgsfall – noch mehr Ansehen gewiss. Aber: Diese Variante einer Lösung ist doch sehr, sehr unwahrscheinlich. Ich würde sagen: Sie liegt bei 0,001 Prozent.

Zum Abschluss noch eine kleine Zugabe: Im Auszug aus dem Geschäftsbericht von 2017 ist nachfolgend in fetter Schrift nochmals nachzulesen, was Bernhard Burgener mit seinem Konzept «Für immer Rotblau» anpeilte – der kursive Kommentar in der Klammer zeigt auf, wieweit sich diese Punkte erfüllt haben:  

«Das neue Konzept beinhaltet unter anderem

-       ein klares Bekenntnis zur Region Basel (Ist bis jetzt – Stand heute am 13. März – der Fall; noch sind keine ausländischen Investoren eingestiegen.)

-       Wiedererkennungswerte (Ein diffuser Punkt, die ständigen Querelen sind als Wiedererkennungsmerkmale wohl kaum gemeint.)

-       und eine möglichst grosse Identifikation mit Rotblau (Die Identifikation hat mit den abnehmenden Erfolgen bei gleichzeitig gestiegener Unruhe im Verein abgenommen, auch bei den Kleinsten: «Zugpferd FCB zieht bei den Kids nicht mehr» glaubt die bz Basel erkannt zu haben und zitiert den Nordstern-Präsidenten, dass weniger Junioren das FCB-Trikot tragen würden. Als Sonnenkönig Bernhard Heusler den FCB 2017 übergab, war die Identifikation ähnlich gross wie in den goldenen Sechziger Jahren. Jedenfalls vermittelte der Verein den Eindruck, dass alle am selben Strang ziehen, vom Platzwart über den administrativen Mitarbeiter bis zum Mittelstürmer. Man war stolz, beim FCB zu arbeiten.)

-       die Absicht, wieder vermehrt Spieler aus dem Basler Nachwuchs ins Kader der 1. Mannschaft zu integrieren, aber auch weiterhin internationale Talente nach Basel zu holen. (Beide Ziele wurden erfüllt.)

Dies alles unter dem Credo, dass

-       die sportliche Qualität keineswegs darunter leiden soll. (Nicht erfüllt. Die Qualität hat sehr gelitten.)

-       die ambitionierten Ziele der vergangenen Jahre sollen also unbedingt beibehalten werden (Ist tatsächlich der Fall; es wird vom Meistertitel schwadroniert, obwohl man in den Vorjahren absolut chancenlos war.)

-      die Fans des FCB in meinen Überlegungen einen wichtigen Teil einnehmen. (Die Fans sehen das anders.)

-       genauso wie eine attraktive Spielkultur (Zwischendurch erkennbar, vor allem in der Champions und Europa League. Mittlerweile aber schon lange nicht mehr. Derzeit spielt der FCB keinen attraktiven, sondern einen unansehnlichen Fussball – was vielleicht noch erträglich wäre, wenn die Resultate stimmen würden. Tun sie aber nicht.)

-       wirtschaftliche Unabhängigkeit (Bis jetzt ja, aber wie lange noch?)

-       ökonomisch erfolgreiches Schaffen.» (Für einen Aussenstehenden schwierig zu beurteilen, nicht zuletzt wegen Corona. Es braucht ja mittlerweile fast einen HSG-Abschluss in Betriebswirtschaft, damit man die wirtschaftlichen Verquickungen von Rotblau einordnen kann. Klar ist: Die stolzen Reserven aus der Ära Heusler/Heitz sind weggeschmolzen. Es gab zwischendurch grosse Verluste. Nun scheint sich die Lage stabilisiert zu haben. Aber wie lange? Und wie nachhaltig?)

Damit Schluss für heute. To be continued.

Ausscheiden verboten!

Die Partie gegen Sofia ist für den FC Basel zweifelsfrei das wichtigste Spiel der Saison. Seit dem Einstieg von Bernhard Burgener waren es die Europacup-Abende, die Rotblau sportlich über Wasser gehalten und die Bilanz für die Verantwortlichen einigermassen erträglich gemacht haben. Als der FCB vor zwei Jahren unter Übungsleiter Marcel Koller gegen Apollon Limassol überraschend ausschied, schrieben die Zeitungen von einem «Trümmerhaufen», vor dem der FCB nun stehe. Tatsächlich folgte eine schwierige Spielzeit mit einer Spieler-Revolte gegen den Trainer sowie dem späteren Rücktritt von Sportdirektor Marco Streller als Tiefpunkten; die Wirren und Zerwürfnisse konnte auch der Cupsieg nicht kaschieren.

Nun ist die Ausgangslage gar komplizierter, die Unruhe im Verein noch grösser – und damit auch der Druck auf alle. Insbesondere Trainer Ciriaco Sforza würde ein Weiterkommen mehr Ruhe verschaffen, nachdem man den Start in die Meisterschaft als verunglückt bezeichnen darf. Ein Sieg würde aber auch die Hoffnung nähren, dass wichtige Spieler wie die Innenverteidiger Alderete und Cömert oder Stürmer Cabral vorderhand beim FCB bleiben. Ohne internationale Partien scheint für sie der Verbleib bei Rotblau eine trostlose Angelegenheit.

Ein Ausscheiden böte überdies den unzufriedenen Fans noch mehr Munition, um gemeinsam gegen die Führungsetage einzustehen. Und schliesslich geht es heute um viel Geld: Die Millionen aus der Europa League kann der FCB dringend gebrauchen. Ohne diese Einnahmen gerät er in einen Teufelskreis: weniger Geld – mehr Spielerabgänge von Qualität – weniger sportlicher Erfolg - mehr Unzufriedenheit in und ausserhalb des Vereins – weniger Geld usw.

Der FCB muss also heute Abend gewinnen. Ohne Wenn und Aber.