Tragt Sorge zum Fussball

Was für eine Blamage! Keine 48 Stunden, nachdem die Pläne der sogenannten Super League bekannt gegeben wurden, ist sie bereits wieder gestorben. Dieser Wettbewerb, den niemand ausser ein paar geldgierigen Funktionären ohne Fussballherz will, ist ein Rohrkrepierer – und wird nie auf die Füsse kommen.

Statt nur Dollarzeichen in den Augen zu sehen, hätten die Initianten sich lieber bei den Fussballfans umgehört oder ein bisschen auf gesunden Menschenverstand gesetzt: Schnell wäre klar geworden, dass es im Fussball nicht Platz für alles hat und es längst eine Übersättigung gibt. An erster Stelle kommt überall die nationale Meisterschaft, auch der Cup ist – ausser vielleicht in Italien – von Bedeutung. Die Termine der Nationalmannschaft sind ebenfalls wichtig, wobei man mit den aufgeblähten Europameisterschaften und Weltmeisterschaften auch auf gefährlichem Kurs ist. Aber immerhin sind diese zwei grossen Meisterschaften verknappt und finden nur alle vier Jahre statt – genug Zeit, um sich darauf zu freuen.

Dazwischen hat es noch Platz für den Europacup, aber nicht für eine aufgeblasene Meisterschaft in einem geschlossenen Zirkel. Ich kenne viele Fussball-Aficionados, die sich längst von der Champions League abgewendet haben. Viel zu viele Spiele mit den immer gleichen Gesichtern. Man kann sich nur wundern: Wie weltfremd muss man sein, einen solchen Wettbewerb zu lancieren. Schon die Klub-WM interessiert niemanden – und falls sich doch jemand findet, bitte melden!

Fazit: Tragt Sorge zum Fussball!